S O L A R M E D I A

  1. CH-Energieverbrauch im 2021 markant gestiegen

    Der Endenergieverbrauch der Schweiz ist 2021 gegenüber dem Vorjahr um 6,3% auf 794’720 Terajoule (TJ) gestiegen. Hauptgründe dafür sind die im Vergleich zum Vorjahr kältere Witterung und die Lockerung der Restriktionen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie.

    Der Anstieg des Endenergieverbrauches um 6,3% gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückzuführen. Erstens sorgten die gelockerten Restriktionen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie für einen generellen Anstieg des Energieverbrauchs. Zweitens trug die im Vergleich zum Vorjahr deutlich kältere Witterung zu einer Zunahme des Verbrauchs der Energieträger, die zu Heizzwecken eingesetzt werden. Die Anzahl Heizgradtage, ein wichtiger Indikator für den Energieverbrauch zu Heizzwecken, nahm um 15,3% zu. Leicht zugenommen haben ebenfalls Faktoren, die den langfristigen Wachstumstrend des Energieverbrauchs bestimmen: Die ständige Wohnbevölkerung (+0,8%), das Bruttoinlandprodukt (+3,7%), der Motorfahrzeugbestand (+1,1%) und der Wohnungsbestand (Zuwachs, es liegen jedoch noch keine detaillierten Zahlen vor). Effizienzsteigerungen und Substitutionseffekte wirken sich hingegen dämpfend auf das Wachstum des Energieverbrauchs aus. Zu den Bestimmungsfaktoren der Energieverbrauchsentwicklung werden die jährlichen Ex-Post-Analysen weitere Aufschlüsse liefern (Publikation im Oktober 2022).

    Treibstoffverbrauch leicht gestiegen: Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zeigten sich 2021 insbesondere noch beim Treibstoffverbrauch. Der Absatz von Flugtreibstoffen stieg im Vergleich zum Vorjahr zwar um 11%, beträgt aber immer noch weniger als die Hälfte des Verbrauchs von 2019. Der Benzin- und Dieselverbrauch stieg insgesamt um 1,6% (Benzin: 2,2%, Diesel: 1,1%), lag allerdings immer noch ungefähr 7% unter dem Niveau von 2019. Die fossilen Treibstoffe machen ungefähr einen Drittel (29,3%) des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Wie im Vorjahr reduzierte sich der Verbrauch der biogenen Treibstoffe gegenüber dem Vorjahr (-9,5%), nachdem er von 2014 bis 2019 stetig zugenommen hatte. Ihr Anteil am gesamten Absatz von Benzin und Diesel nahm ebenfalls leicht ab und lag bei 3,3% (2020: 3,7%).

    Verbrauchsanstieg von Energieträgern zu Heizzwecken: Die kalte Witterung führte zu einem deutlichen Zuwachs des Verbrauchs von Energieträgern zu Heizzwecken. Der Verbrauch von Heizöl extra-leicht stieg um 10,9%, derjenige von Erdgas um 8,3% gegenüber dem Vorjahr. Der Elektrizitätsverbrauch nahm ebenfalls zu (4,3%). Diese drei Energieträger machen mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauches aus (55,3%).

    Die energetische Verwendung von Industrieabfällen hat um 3,6% zugenommen (Anteil am Endenergieverbrauch: 1,5%). Der Verbrauch von Kohle nahm ebenfalls leicht zu (1,1%). Es gab hingegen keinen Verbrauch von schweren Heizölsorten und der Verbrauch von Petrolkoks sank um 14,3%. Der Anteil dieser drei Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch ist sehr gering (<1%).

    Verbrauchsanstieg auch bei den erneuerbaren Energien: Die kalte Witterung wirkte sich auch auf alle erneuerbaren Energieträger zu Heizzwecken aus. Die Verbräuche von Energieholz und Fernwärme stiegen um 16,4% und 9,7%. Ebenfalls stark angestiegen ist die Nutzung von Umgebungswärme mit Wärmepumpen (+17,7%). Der Verbrauch von Solarwärme blieb auf Vorjahresniveau. Der Anteil dieser Energieträger am gesamten Endenergieverbrauch betrug 11,8% (Energieholz: 5,8%, Umgebungswärme: 2,8%, Fernwärme: 2,9%, Solarwärme: 0,3%). Die direkte Nutzung von Biogas nahm um 2,7% zu. Unter Berücksichtigung des ins Erdgasnetz eingespeisten Biogas (das statistisch unter Gas verbucht wird), ergibt sich eine Zunahme des Biogasverbrauches um 1,6%. Der Anteil des eingespeisten Biogases am gesamten Gasverbrauch betrug 1,1% (2020: 1,2%).

    Die Schweizerische Gesamtenergiestatistik 2021 ist ab der zweiten Hälfte Juli 2022 auf Internet verfügbar und Anfang August in gedruckter Form erhältlich. Ab sofort verfügbar ist ein erster zusammenfassender Überblick

    Überblick über den Energieverbrauch der Schweiz im Jahr 2021 (PDF, 487 kB) 

    Herausgeber: Bundesamt für Energie http://www.bfe.admin.ch

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  2. Vom Preisschock zur Abkehr von den Fossilen
    Prozentualer Anteil der Energieträger zur Deckung des schweizerischen Energiebedarfs im Verkehr und in den Gebäuden im Jahr 2020 (angepasst nach Bundesamt für Energie)

    Derzeit steigen die Öl- und Gaspreise, und es stellt sich die Frage, wie sicher die Energieversorgung in der Schweiz ist. In einem Positionspapier zeigen nun Forschende des Energy Science Center der ETH Zürich auf, was die Schweiz tun kann, um ihr Energiesystem von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas unabhängig zu machen. 

    Seitdem Russland im Februar in der Ukraine einmarschierte, sind die Preise für Öl und Erdgas stark gestiegen. Dieser Anstieg lässt auch die Konsument:innen in der Schweiz deutlich spüren, wie sehr die Energiesicherheit eines Landes gefährdet sein kann, wenn seine Versorgung stark vom Import von Erdgas und anderen fossilen Brennstoffen abhängt. Der Importanteil ist in der Schweiz sehr hoch: Gemäss Zahlen des Bundesamts für Energie importierte die Schweiz allein 2020 rund die Hälfte ihres Primärenergiebedarfs über fossile Energieträger (Erdöl, Erdgas und Kohle). Rechnet man die importierten Kernbrennstoffe für die Stromproduktion in den Atomkraftwerken hinzu, so bezieht sie 72 Prozent ihres Primärenergiebedarfs aus dem Ausland.

    Sollte sich der energiepolitische Konflikt weiter verschärfen oder andere hinzukommen, könnte die Energieversorgung der Schweiz in eine prekäre Situation geraten. Angesichts der aktuellen energiepolitischen Entwicklungen und mit Blick auf das klimapolitische Ziel, bis 2050 netto null Treibhausgasemissionen (THG) zu erreichen, wäre es eine logische Strategie, die Abhängigkeit von ausländischen Öl- und Gasimporten drastisch zu reduzieren. Dies schreiben ETH-​Energieforschende aus Maschinenbau, Elektrotechnik, Klimafinanzierung und -​politik in dem heute veröffentlichten Positionspapier «Schritte zur fossilen Unabhängigkeit für die Schweiz».

    Stand des Wissens in kondensierter Form: Verfasser:innen des Positionspapiers sind sechs Professorinnen und Professoren sowie fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ETH-​Energieforschung. Sie haben eine Expertengruppe gebildet, um zusammen die Schlüsselfragen zur Schweizer Versorgungssicherheit zu beantworten. In dem Positionspapier zeigen sie auf, wie die Schweiz in den nächsten Jahren ihre Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen erhöhen kann – und welche politischen Schritte erforderlich sind, damit sie bis 2050 ein fossilfreies Energiesystem mit netto null Treibhausgasemissionen realisieren kann.

    Mit Ausnahme einer Befragung führte die Expertengruppe keine neuen Forschungsarbeiten durch, sondern sie fasste die gesicherten wissenschaftlichen Fakten und Erkenntnisse – einschliesslich der verfügbaren statistischen Daten des Bundesamts für Energie (BFE) und der internationalen Energie-​Agentur (IEA) – zusammen, um den nötigen Handlungsbedarf in Politik und Praxis zu skizzieren. Auf die Expertengruppe Versorgungssicherheit sollen in Zukunft weitere folgen und ebenfalls aktuelle Fragen aus dem Energiesektor aufgreifen.

    Vernetzung mit Europa entscheidend: Im aktuellen Positionspapier kommen die ETH-​Forschenden zum Schluss, dass ein treibhausgasfreies Energiesystem für die Schweiz bis 2050 sowohl technisch als auch wirtschaftlich machbar sei – die wissenschaftlichen Grundlagen dafür haben Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) und der ETH Zürich erarbeitet (siehe Literaturbox unten: Kannan et al. 2022, Garrison et al. 2020 und Landis et al. 2019). Sie weisen jedoch darauf hin, dass Kosten und Nutzen der Energieversorgung sehr unterschiedlich ausfallen können, je nachdem welche energiepolitischen Schwerpunkte und Massnahmen umgesetzt werden.

    Ein Beispiel ist die Kooperation mit Nachbarländern: Die Schweiz wird auch in Zukunft nicht zu jedem Zeitpunkt genug Strom produzieren, um ihren gesamten inländischen Bedarf autark decken zu können. Um im Inland eine sichere Versorgung zu gewährleisten, ist die Vernetzung des schweizerischen mit dem europäischen Energiesystem notwendig. «Eine Insellösung für das Schweizer Energiesystem ist ineffizienter und massiv kostspieliger als der Austausch mit den Nachbarländern», sagt Christan Schaffner, Geschäftsführer des ESC, der mit Kirsten Oswald die Arbeit der Expertengruppe koordinierte.

    Kein technologisches Patentrezept: Den grössten Beitrag zur Senkung des Energiebedarfs und der Treibhausgasemissionen wird die Schweiz durch die Elektrifizierung des Verkehrs und der Gebäude erreichen, also durch den Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen wie Benzin und Kerosin und aus Heizsystemen, die Öl oder Gas verbrennen. In der Industrie wird der Ausstieg aus Erdöl und Erdgas schwieriger. Hier braucht es alternative Brennstoffe wie synthetisches Gas oder Wasserstoff. Erdgas sollte nur zusammen mit neuen «emissionsnegativen» Technologien verwendet werden, die CO2 abscheiden und speichern können. «Ein Netto-​Null-Energiesystem wird auf einer vielfältigen Kombination von technischen, politischen und gesellschaftlichen Massnahmen beruhen. Es gibt kein Patentrezept in Form einer einzigen Technologie», sagt Schaffner, «die grössten Herausforderungen sind nicht unbedingt technischer oder wirtschaftlicher, sondern vielmehr gesellschaftlicher Natur: Ohne das Engagement der ganzen Gesellschaft werden wir die Reduktionsziele nicht erreichen.»

    Akzeptanz für Verzicht auf fossile Energie: Bereits zeigt sich, dass die Akzeptanz der Schweizer Bevölkerung, um in Wohnhäusern aufs Heizen mit Heizöl und Erdgas oder auf Autos mit Verbrennungsmotoren zu verzichten, seit Kriegsbeginn zugenommen hat. Dies geht aus einer neuen, repräsentativen Befragung hervor, die die ETH-​Forscher Anthony Patt und Bjarne Steffen mit 1000 Teilnehmenden im April 2022 durchführten, und die in das Positionspapier eingeflossen ist.

    Demnach unterstützen Schweizerinnen und Schweizer fast alle politischen Massnahmen, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden und die Nutzung erneuerbarer Energien fördern. Auch bei den politischen Parteien zeigen die Befragungsergebnisse eine breite Unterstützung für den Ausbau der heimischen Wind-​ und Solarenergie als Ersatz für fossile Energie.

    Die Studie wird derzeit begutachtet und zur Publikation in einer Forschungszeitschrift vorbereitet. Als Working-​Paper ist sie wie das Positionspapier auf der Website des Energy Science Center öffentlich zugänglich.

    Quelle und weitere Hinweise:  ETH

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  3. Alternative heißt Solarzeitalter

    Vor dem Putin-Überfall der Ukraine am 24. Februar 2022 kontrollierte Russland sieben Prozent des Nachbarlandes. Heute sind es schon ca. 20 Prozent. Doch Putin will mehr - ein Kommentar des deutschen Energie-Publizisten Franz Alt.

    Dass er mehr will, hat der Kreml-Diktator in einer Rede in St. Petersburg (09.06.2022) wieder einmal deutlich gemacht. Sei eigentliches Ziel ist die Wiederherstellung uralter Größe, die Renaissance des heiligen russischen Reichs. Putin lebt nicht im 21. Jahrhundert. Seine Politik ist im Imperialismus und Kolonialismus des  18. Jahrhunderts stecken geblieben. Tragisch ist, dass er in diesem Wahn vom russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill unterstützt wird. Dazu gehört die Eroberung fremder Territorien.

    Zurückholen heißt erobern: Dabei spricht er natürlich nicht von „erobern“, sondern von – unter Schmunzeln – „zurückholen“. Putin: Auch Zar Peter der Große sei dabei auf deutlichen Widerstand gestoßen als er die Gebiete um St. Petersburg nicht eroberte, sondern von Schweden „zurückgeholt“ hat. Das sagte Putin aus Anlass des 350. Geburtstags von Zar Peter dem Großen erst vor wenigen Tagen. Putin wörtlich: „Offenbar ist das auch unser Schicksal: zurückholen und stärken“.

    Und in russischen Talkshows im Staatsfernsehen wird schon gefragt, ob Polen und das Baltikum als nächste „zurückgeholt“ werden sollten. Westliche Beobachter, Journalisten und Politiker, die solche Fragen als „bloße Propaganda“ abtun, seien daran erinnert, dass der Kreml-Chef schon vor einem Jahr in einem Aufsatz der Ukraine das Existenzrecht absprach. Und schon seit 15 Jahren spricht Putin davon, dass der Untergang der Sowjetunion für ihn „das größte Unglück des 20 Jahrhunderts“ war.

    Die Wiederherstellung der alten Größe der „russischen Welt“ treibt Putin um. Dabei ist der Tyrannen-Zar Peter der Große sein historisches Vorbild. Der Imperialismus und Kolonialismus von vor 300 Jahren ist die Geisteswelt, die Putin noch heute fesselt. Dies muss bedenken, wer ihn jetzt verstehen will. Der Mann ist noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen. So wenig wie die beiden US-Präsidenten Bush der Ältere und Bush der Jüngere mit ihren Öl-Kriegen im Nahen Osten in ihrer Zeit angekommen waren und dafür hunderttausende Tote in Kauf nahmen.

    Putins „russische Welt“: Putin verbindet historische Größe und geografische Ausdehnung so wie die beiden US-Präsidenten Bush politische Größe und Verfügung über fossile Rohstoffe verbanden. Beide Großmächte sind bis heute in diesem historischen Wahn gefangen. Alle Industriestaaten hängen bis heute am Tropf der fossilen Rohstoffwirtschaft wie ein Junkie an der Nadel. Die Befreiung von diesem Wahn bietet der rasche und komplette Umstieg auf erneuerbare Energien, die in allen Ländern auf der Welt ausreichend zur Verfügung stehen. Die Alternative heißt: Kriege um Öl und Gas oder Frieden durch Sonne und Wind. Es führt kein Weg am Solarzeitalter vorbei.

    In Abwandlung eines berühmten Helmut-Schmidt-Zitats kann man sagen: Wer diese Vision nicht hat, sollte zum Arzt. Der rasche Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien ist der entscheidende Schritt zum Weltfrieden. Die Lösung der Energiefrage steht für alle Zeit am Himmel.

    Quelle: FRANZ ALT 2022

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  4. Laues Lüftchen am Solar-Aktien-Markt

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    Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
      
     Quelle: oeko-invest.net

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  5. Das leistet Photovoltaik aktuell (in Deutschland)

    Schon viele Jahre bietet der Wechselrichter-Hersteller SMA die Möglichkeit, die aktuellen Leistungsdaten der Photovoltaik einzusehen (mit zweistündiger Verzögerung - für die Schweiz fehlt ein solches Angebot leider) 

    siehe > hier https://www.sma.de/unternehmen/pv-leistung-in-deutschland.html

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  6. Ständerat versenkt Atompläne der SVP

    Am Donnerstag hat der Ständerat die Motion von SVP-Ständerat Hansjörg Knecht, die neue AKW ermöglichen wollte, mit 24 zu 8 Stimmen bei 2 Enthaltungen abgelehnt. Damit bestätigt die kleine Kammer den Entscheid ihrer Energiekommission, am Atomausstieg festzuhalten und die Energiestrategie fortzusetzen. Aus Sicht der Schweizerischen Energie-Stiftung SES sind gemäss dieser Medienmitteilung praktikable und rasche Lösungen gegen den Investitionsstau bei den erneuerbaren Energien gefragt, um die Klimaziele zu erreichen und die Versorgungssicherheit zu erhalten.

    Der Ständerat hat den Etikettenschwindel der SVP erkannt. Fabian Lüscher, Leiter Fachbereich Atomenergie bei der SES, fasst zusammen: «Um unsere aktuellen Herausforderungen zu bewältigen sind neue AKW völlig untauglich: Sie kommen zu spät, sind zu teuer und würden die Schweiz spalten. Die Forderungen nach neuen AKW verzögert vor allem die Energiewende und lenkt vom eigentlichen Problem ab: dem Investitionsstau bei den erneuerbaren Energien in der Schweiz.»

    Investitionsstau auflösen:
    Lüscher stellt fest: «Die Potenziale, das Geld, der Wille der Energieunternehmen und die Projekte für den Ausbau der Erneuerbaren sind in der Schweiz vorhanden. Doch die Investitionen werden nicht in der Schweiz ausgelöst.» Dabei stünden die Lösungsansätze zur Reduktion der Investitionsrisiken sowie zur Beschleunigung der Verfahren längst bereit. Die SES fordert alle konstruktiven politischen Kräfte dazu auf, den Investitionsstau Schritt für Schritt aufzulösen und so die Energiewende zu beschleunigen.

    Quelle: energiestiftung.ch

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  7. SES begrüsst Gegen-Vorschlag zu Initiative

    Der Nationalrat hat sich am Mittwoch deutlich für den indirekten Gegenvorschlag zur Gletscher-Initiative ausgesprochen. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES begrüsst diesen Entscheid im Grundsatz, fordert aber gemäss folgender Medienmitteilung ambitioniertere Zielsetzungen und Massnahmen, damit das 1.5°C-Ziel erreicht werden kann.

    Der Nationalrat unterstützt den indirekten Gegenvorschlag seiner Energiekommission zur Gletscher-Initiative. Diese will das Netto-Null-Ziel und ein Verbot von fossilen Energieträgern ab 2050 in die Verfassung schreiben. Mit dem indirekten Gegenvorschlag können die Klimaschutzziele und -massnahmen auf Gesetzesstufe und damit rascher eingeführt werden. Der heute vom Nationalrat verabschiedete Vorschlag beinhaltet neben dem Netto-Null-Ziel bis 2050 Zwischenziele für einzelne Sektoren sowie für die öffentlichen Hand (netto null Treibhausgasemissionen bis 2040). Dies soll unter anderem mit einer finanziellen Unterstützung für den vorzeitigen Ersatz von fossilen Heizungen und für Unternehmen, die ihre Emissionen freiwillig bis 2050 eliminieren möchten, gelingen.

    Massnahmen nicht vergessen:
    Die SES ist der Auffassung, dass die Energieversorgung bis 2035 dekarbonisiert sein muss, um dem Pariser Klimaabkommen gerecht zu werden und die Erderwärmung auf maximal 1,5°C zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund begrüsst sie, dass der Nationalrat sektorspezifische Zwischenziele gesetzt hat. Diese müssten jedoch in allen Sektoren zum Teil deutlich ambitionierter sein. SES-Geschäftsleiter Nils Epprecht stellt darüber hinaus fest: «Die Ziele sind wichtig, doch reduziert werden die Emissionen schliesslich über Massnahmen. Das Sonderprogramm zum Heizungsersatz ist deshalb zentral. Es ist nicht nur klimapolitisch sinnvoll, sondern hilft auch mit, die gefährliche Abhängigkeit von fossilen Energien mittelfristig zu verringern.»

    Quelle: energiestiftung.ch

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  8. BYD mit starker Stellung bei Heimspeichern


    Die aktuelle Marktstudie von EUPD prognostiziert für Deutschland die Installation von 200.000 Heimspeichersystemen im Jahr 2022. Auf Anbieterseite sehen die Analysten BYD Battery-Box als führende Marke mit dem höchsten Marktanteil. Das Unternehmen hat sich gemäss einer firmeneigenen Medienmitteilung als Hersteller besonders sicherer und zuverlässiger Batteriesysteme bewährt. Das patentierte modulare Design mit Plug-and-Play-Installation ist ein weiterer Grund, der die Lösung zu einer der beliebtesten bei Installateuren gemacht hat.

    Mit einer erwarteten installierten PV-Leistung von 2,5 GW in der Klasse bis 20 kWp für 2022 und mit 155.000 installierten Heimspeichersystemen im Jahr 2021, laut EUPD, ist der deutsche Markt einer der führenden für PV-Heimenergiespeichersysteme. Die Marktanalyse zeigt, dass BYD mit seiner Battery-Box Energiespeicherlösung sowohl bei der Anzahl der installierten Systeme als auch bei der installierten Leistung den größten Marktanteil hält.

    Bis heute hat BYD weltweit mehr als 250.000 Battery-Box-Systeme installiert. In den sieben Jahren seit der Einführung des ersten Battery-Box Systems wurde diese Produktserie nicht nur mehrfach für ihre hohe Effizienz ausgezeichnet(i), sie hat sich auch – ohne einen einzigen Brand oder Sicherheitsvorfall – als eines der sichersten Systeme auf dem Markt erwiesen.

    „Wir haben uns von Anfang an auf unsere Kernkompetenz «Die Batterie» konzentriert und unsere langjährige Erfahrung genutzt“, erklärt Julia Chen, Global Director, BYD Battery-Box. „Das bietet zwei wesentliche Vorteile: Einerseits verantworten und kontrollieren wir den gesamten Produktionsprozess – von der Rohstoffgewinnung bis zum Endprodukt. So können wir die Qualität sowie höchste Sicherheitsstandards der Systeme gewährleisten. Andererseits ermöglicht die Fokussierung auf die Batterie und unser offenes System Installateuren und Endkunden größtmögliche Flexibilität bei Systemauslegung und der Kombination mit den am besten geeigneten Wechselrichtern mit der höchsten Qualität und Effizienz.“

    Die Vorteile eines äußerst flexiblen und anpassungsfähigen modularen Speichersystems liegen auf der Hand: Installateure müssen sich nicht in mehrere Lösungen einarbeiten, sparen Zeit und Investitionen in Bezug auf Schulungen und Zertifizierungen und können mit einer Produktserie auf unterschiedlichste Kundenanforderungen eingehen. Das patentierte System für eine einfache und schnelle Installation zusammen mit der hohen Effizienz und Sicherheit sicherte der Battery-Box-Serie den Spitzenplatz als beliebtestes System bei Installateuren(ii).

    Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, hat BYD seine Produktionskapazität für Lithiumzellen ausgebaut und die Produktionslinien für die Battery-Box-Module verdoppelt. Nach einer Lieferung von 100.000 Systemen nach Europa im Jahr 2021 plant das Unternehmen im Jahr 2022 weitere 250.000 Systeme in den europäischen Markt zu liefern.

    „Wir glauben, dass der kontinuierlich wachsende Marktanteil ein starker Beleg für die Qualität unserer Systeme ist“, so Julia Chen. „Ausschlaggebende Faktoren, die die Battery-Box zum beliebtesten System in Deutschland und anderen Ländern gemacht haben, sind die Systemflexibilität für zahlreiche Anwendungsszenarien, eine sehr skalierbare Größe, die einfache Installation, die Effizienz sowie die hohe Sicherheit und Zuverlässigkeit. Ein weiteres wichtiges Element ist die hervorragende Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Region, ohne die dieser Erfolg wäre nicht möglich wäre.“

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  9. Europa braucht 100 große Solarfabriken
    Depositphotos | Wavebreakmedia

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    Bundeskanzler  Olaf Scholz sagt auf die Frage nach der Energiewende in den Zeiten des Putin-Kriegs: „Jetzt erst recht“. Es soll jetzt also ganz schnell gehen mit der Energiewende. Nur wie? Ein Kommentar des deutschen Energie-Publizisten Franz Alt.

    Im ersten Vierteljahr 2022 wurde in Bayern kein einziges Windrad errichtet und nur ganz wenige im übrigen Deutschland. Und wer im Juni 2022 eine Solaranlage auf sein Dach montieren lassen will, bekommt von Handwerkern meist zu hören „Später vielleicht“. Wie also soll in dieser Situation eine rasche Energiewende gelingen?

    Die wichtigsten erneuerbaren Energieträger sind Sonne und Wind. Dafür braucht es aber auch in der EU eigene Hersteller der Technologien, also Solarfabriken und Windradproduzenten. Und genau diese fehlen. Zur Zeit kommen 98% der in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen aus China, einem Land mit totalitärer Führung, totaler Menschenrechts-Verachtung und dem größten Überwachungsstaat der Welt.

    Die nächste Abhängigkeit: Hier lauert die nächste große Abhängigkeit. Statt Putins Gas und Öl künftig Solaranlagen aus China? Wenn die Energiewende in Europa zum Erfolg werden soll, oder gar „Jetzt erst recht“, dann müssen in der EU rasch mindestens 100 große Solarfabriken gebaut werden, hat der frühere Chef des Fraunhofer-Instituts für solare Energiesysteme, Professor Eicke Weber, ausgerechnet. Und viele Windrad-Hersteller brauchen neue Chancen.
    pixabay.com | ThePictureBox
    © pixabay.com | ThePictureBox

    Die EU muss dringend ihre erneuerbaren Energie-Hersteller stärken, was bislang sträflich versäumt wurde. Allein in Deutschland sind in den letzten 12 Jahren bei Sonne und Wind weit über 100.000 Arbeitsplätze nach China verloren gegangen. Für die letzten drei Bundesregierungen war der Erhalt der gestrigen Kohle-Jobs viel wichtiger als die Jobs bei den künftigen Energiequellen. Ein unglaublicher Skandal und eine ebenso grandiose wie ökonomische Dummheit.

    Für Kohle-Jobs hat der Bundeskanzler soeben auf dem Katholikentag in Stuttgart noch warme Worte gefunden, Solar- und Wind-Jobs hat er nicht erwähnt. Einige bekannte deutsche Windrad-Hersteller haben unter der weltweiten Billigkonkurrenz sehr zu kämpfen, ohne dass die Politik hilft. Das tut sie aber nach wie vor bei der Kohle. Dabei ist politisch nichts gefährlicher als nach der Abhängigkeit von Russland bei fossilen Energiequellen jetzt eine neue von China bei Erneuerbaren.

    Die EU muss es jetzt endlich als Priorität begreifen, ihre Erneuerbare Energien-Industrie zu stärken. Dies gilt freilich auch für die Produktion von Batterien für E-Autos. Die erste große Batterie-Fabrik baut China in Thüringen. Muss das sein? Wir haben doch Bosch und Siemens. Doch noch heute werden Batterien überwiegend in Ostasien gefertigt.

    Auch in der so wichtigen Halbleiterindustrie ist China führend. Die Aktien von Siemens-Energy fallen dramatisch und der norddeutsche Windrad-Hersteller Nordex muss in diesen Wochen seine Fertigung mit 500 Jobs in Rostock schließen. Für Atom und Kohle haben die deutschen Bundesregierungen in den letzten Jahrzehnten weit über 500 Milliarden Euro Steuergelder ausgegeben. Aber noch immer werden hierzulande die Technologien für die Zukunft vernachlässigt.

    Deutschland muss endlich unabhängig werden: Jetzt aber müssen die EU und die 27 nationalen Regierungen in der EU dafür sorgen, dass die erneuerbaren Energien-Hersteller in der EU künftig weltweit eine zentrale Rolle spielen können. Dafür brauchen sie lediglich Anschub-Subventionen. Denn die erneuerbaren Energien sind heute unschlagbar preiswert, weil Sonne und Wind keine Rechnung schicken – während die alten  Energiequellen immer knapper und teurer werden. Deutschland und Europa müssen ihre erneuerbaren Energiequellen stärken, sonst spielen sie keine Rolle bei der so wichtigen künftigen Energie- und Klima-Außenpolitik. Dies ist die Überlebensfrage der Menschheit.
    Quelle: FRANZ ALT 2022

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  10. Weg frei für mehr PV

    Am Freitag hat der Bundesrat die Vorschläge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga für die Revision der Raumplanungsverordnung (RPV) verabschiedet. Damit übernimmt der Bundesrat zumindest teilweise die Vorschläge, die die Schweizerische Energie-Stiftung SES letztes Jahr gemacht hat, um raumplanerische Hindernisse für den Ausbau der Photovoltaik  (PV) auszuräumen. Die Stellungnahme der SES zu den bundesrätlichen Vorschlägen:

    Neben der SES haben viele Stakeholder, die an der Vernehmlassung teilgenommen haben, die Vorschläge in der RPV unterstützt. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, künftig längerfristig bestehende Infrastruktur wie Lärmschutzwände, Parkplatzüberdachungen oder Autobahn- und Gleisböschungen für die Photovoltaik (PV) freizugeben. Das Potenzial auf und an diesen Infrastrukturen ist gross und kann schnell erschlossen werden. Felix Nipkow, Co-Leiter Fachbereich Klima und erneuerbare Energien, urteilt: «Alle wollen mit PV durchstarten. Bundesrätin Sommaruga räumt auf diesem Weg nun weitere Hindernisse frei.»

    Vorsichtige Öffnung für Photovoltaik ausserhalb der Bauzone: Die RPV enthält erstmals die Möglichkeit auch ausserhalb der Bauzone grössere PV-Projekte umzusetzen. Diese Chance kann nun für erste Erfahrungen genutzt werden, um allenfalls später weitere Öffnungen vorzusehen. In der Auftragsstudie der SES von 2021 wurde von den Rechtsexpert:innen denn auch aufgezeigt, dass alpine PV-Anlagen für die Winterstromproduktion zwar besonders interessant sein können, aber grosse raumplanerische Hindernisse bestehen.

    Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung SES

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  11. Wenn aus Parkplatz ein Solarkraftwerk wird

    Carport du Chablais Centre à Aigle, Romande Energie - Vergrössern mit Klick auf Bild !

    Parkieren unter einem Solardach: Das gibt es in der Schweiz noch nicht so häufig. Parkplätze, die mit einer Solaranlage überdacht sind, könnten indes eine wichtige Rolle beim Solarausbau spielen. Das zeigt eine Studie von Energie Zukunft Schweiz AG (EZS), die von EnergieSchweiz, dem Programm des Bundesamts für Energie für Energieeffizienz und erneuerbare Energien, unterstützt wurde.

    PV-Anlagen erleben zwar ein Rekordhoch. Sowohl bei der Anzahl Gesuche wie bei der Produktionsleistung konnte die Verrechnungsstelle Pronovo im ersten Quartal 2022 einen Rekord vermelden. Allerdings: Die Solaranlagen werden hauptsächlich auf Gebäudedächern realisiert und weniger auf Infrastrukturflächen. Allein auf Parkplätzen besteht jedoch ein Potenzial von etwa 64 km² für Solaranlagen und damit zur Gewinnung von erneuerbarem Strom. Es gibt zwar ein paar wenige Beispiele, wo der Parkplatz mit einer Solaranlage überdacht ist. Warum wird dieses Potenzial derzeit aber noch wenig genutzt? Was sind die Stolpersteine?

    Energie Zukunft Schweiz AG (EZS) untersuchte in der Studie die technischen und wirtschaftlichen Faktoren bei der Umsetzung von Solarcarport-Projekten. Dazu führte EZS Experteninterviews mit verschiedenen Planungsunternehmen, Herstellern und Installationsbetrieben von Solarcarports durch, um Möglichkeiten und Herausforderungen solcher Projekte aufzuzeigen. Die Erfahrungen zeigen, dass Solarcarports eine effiziente Lösung für die Doppelnutzung von Parkplatzflächen sind. Die Fahrzeuge werden durch die Überdachung vor der Witterung geschützt, und Ladestationen können für die Elektromobilität direkt in die Struktur integriert werden.

    Herausforderungen sind der Verlust einzelner Fahrzeugstellplätze, die erschwerte Schneeräumung im Winter und die verminderte Manövrierfreiheit der Fahrzeuge. Rein von der Fläche her besteht ein Potential von bis zu 10 GW. Das entspricht rund 20% des ausschöpfbaren PV-Potentials auf den Dächern. Somit könnten Solarcarports eine wichtige Rolle beim Solarausbau spielen.

    Fakt ist jedoch, dass die Wirtschaftlichkeit aufgrund der erhöhten Investitionskosten oft nicht gegeben ist. Viele der grossen Parkplatzbetreiber sind daher immer noch zurückhaltend. Allgemein gilt jedoch, je grösser der Solarcarport, desto tiefer sind die Investitionskosten pro kWp installierter Leistung und desto eher holt ein Solarcarport seine Investitionskosten wieder rein. Die Elektromobilität wird in den kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen. Die Studie kommt deshalb zum Schluss, dass es sich lohnt, dieses Potenzial für PV stärker in Betracht zu ziehen und eine spezifische Förderung, wie sie in umliegenden Ländern (z.B. Frankreich, Italien) implementiert wurde, zu erwägen.

    Marc Hochreutener, Energie Zukunft Schweiz AG
    Dr. Lucia Grüter, Energie Zukunft Schweiz AG
    Christos Nikiforos, Energie Zukunft Schweiz AG
    Lars Konersmann, Energie Zukunft Schweiz AG

    Quelle: Energeia - Magazin des Bundesamts für Energie BfE

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  12. Wasserstoff speichert Solarstrom
    Am Seebrighof trifft Tradition auf modernste Technologie.

    Ein Wasserstoffspeicher in Hausen am Albis soll Überschüsse der sommerlichen Solarstromproduktion langfristig speichern. EKZ testet damit eine potenzielle Lösung, die für mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern sorgen könnte. Mittlerweile hat die Anlage den ersten Wasserstoff produziert.   

    Mit den langen, sonnigen Tagen beginnt die hochproduktive Phase der Solaranlagen. Seit März 2022 produziert die Solaranlage der Mehrgenerationensiedlung Seebrighof in Hausen am Albis Stromüberschüsse, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern der Siedlung nicht sofort verbraucht werden können. Deshalb werden diese Überschüsse kurzfristig von einer Batterie gespeichert und später zur Verfügung gestellt, wenn der Strombedarf höher ist. Am Abend beispielsweise, wenn die Fernsehgeräte eingeschaltet oder die E-Autos aufgeladen werden. Allerdings kann auch die Batterie nicht alle Stromüberschüsse aufnehmen, die die Solaranlage produziert. Darum macht ein Elektrolyseur daraus Wasserstoff, der in handelsüblichen Gasflaschen gelagert wird. Ende März war der Wasserstoffspeicher bereits zu fünf Prozent gefüllt. Kann die Solaranlage in den kälteren Monaten weniger Strom produzieren, verstromt eine Brennstoffzelle den Wasserstoff und versorgt so den Seebrighof mit der Sonnenenergie des Sommers

    Mit Wasserstoff gegen Energieengpässe? Doch können Wasserstoffspeicher einen wesentlichen Beitrag zur Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern leisten und die Versorgungslücke im Winter überbrücken? Solche Fragen will EKZ klären: «Ich glaube, die Lösung für die Energiewende liegt im Zusammenspiel sämtlicher Technologien und Instrumente, die uns zur Verfügung stehen», sagt Martin Nicklas, Leiter EKZ Energiecontracting. «Der Wasserstofftank wird Ende Herbst zu 100 Prozent gefüllt sein, obwohl wir ihn auch schon während kälterer Sommertage zur Stromproduktion nutzen wollen», so Nicklas weiter. Zur Überbrückung der Winterversorgungslücke des Seebrighofs wird der Wasserstoff allerdings nicht ausreichen, was aber auch noch nicht die Absicht sei, erklärt Nicklas: «Wir sammeln hier im Kleinen jene Erfahrungen, die uns zukünftig beim Einsatz von Wasserstoff in grösseren Projekten sehr nützlich sein könnten».

  13. Energiepolitik in der Sommersession

    Rettungsschirm für Stromunternehmen, gesetzliche Erleichterungen für Solaranlagen in den Bergen oder Massnahmen bei einer Verknappung von Gas oder Strom: Energiethemen prägen die Sommersession der eidgenössischen Räte, die am Montag, 30. Mai 2022 startet. Aus Solarsicht interessiert natürlich vor allem die Frage des Baus von Solaranlagen in den Bergen!

    Die Botschaft zu subsidiären Finanzhilfen zur Rettung systemkritischer Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft – bekannt auch als Rettungsschirm – behandelt der Ständerat als Erstrat. Es ist als präventives Instrument gedacht. Es soll sicherstellen, dass die Stromversorgung in der Schweiz auch dann funktioniert, falls es durch weitere starke Preisaufschläge im internationalen Stromhandel zu einem Systemkollaps kommt. Systemkritische Schweizer Stromunternehmen sollen im Fall von unvorhersehbaren Entwicklungen Darlehen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen beim Bund beziehen können.

    Im Nationalrat ist der indirekte Gegenentwurf zur Gletscher-Initiative traktandiert, den die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-N) formuliert hat. Die Initiative will, dass ab 2050 grundsätzlich keine fossilen Brenn- und Treibstoffe mehr in Verkehr gebracht werden dürfen. Das geht dem Bundesrat zu weit. Er möchte eine Pflicht zur Verminderung des Verbrauchs fossiler Energieträger statt einem grundsätzlichen Verbot. Zudem sieht der Gegenentwurf vor, dass die Dekarbonisierung der Industrie und des Gebäudeparks während sechs Jahren mit insgesamt 1,2 Milliarden Franken respektive mit insgesamt 2 Milliarden Franken während zehn Jahren gefördert werden soll. Bund, Kantone und Gemeinden sollen beim Klimaschutz ihre Vorbildfunktion wahrnehmen.

    Traktandiert sind zudem verschiedene Vorstösse zu energiepolitischen Themen:

    Die Interpellation von Ständerat Pirmin Bischof (Die Mitte, SO): Was tun, um eine drohende Mangellage bei Strom und Gas zu vermeiden? Was droht Haushalten und Firmen, wenn Gas und Strom trotzdem knapp werden? Die Interpellation ist eine Reaktion auf die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Mit der Motion wird der Bundesrat aufgefordert, seine Pläne und Massnahmen zum Erhalt der Versorgungssicherheit offenzulegen.

    Die Motion von Ständerat Othmar Reichmuth (Die Mitte, SZ) zielt auf die Senkung des Energieverbrauchs. Der Bundesrat wird beauftragt, Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs zu prüfen und umzusetzen, welche insbesondere auf Verhaltensänderungen abzielen. Die Motion steht ebenfalls im Rahmen der aktuellen Krise und hat das Ziel, mittel- bis längerfristig den Verbrauch fossiler Energien zu senken. Der Bundesrat empfiehlt die Annahme der Motion.

    Ständerat Hansjörg Knecht (SVP, AG) möchte, dass der Bau neuer Kernkraftwerke grundsätzlich wieder erlaubt wird. Die Schweizer Stimmbevölkerung hat mit ihrem Ja zum revidierten Energiegesetz im Mai 2017 auch ja gesagt zu einem Verbot neuer Kernkraftwerke. Nun soll der Bundesrat das Kernenergiegesetz so anpassen, dass eine Erteilung von Rahmenbewilligungen für Kernkraftwerke wieder möglich wäre. Dadurch soll der durch die Dekarbonisierung steigende Strombedarf besser gedeckt werden können und potentielle Stromlücken verhindert werden. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

    Ebenfalls um die Erhöhung der Stromproduktion dreht sich die Motion von Ständerätin Heidi Z`Graggen (Die Mitte, UR): Schaffung einer gesetzlichen Grundlage (Spezialgesetzgebung) für grossflächige, freistehende Solaranlagen im Berggebiet. Bis zum Vorliegen des Gesetzes verfügt der Bundesrat ein Moratorium zur Erstellung von Freiflächensolaranlagen im Berggebiet. Die Motion beauftragt den Bundesrat mit der Erarbeitung einer gesetzlichen Grundlage für den Bau von grossen Photovoltaikanlagen in Berggebieten, was zu einem starken Ausbau der Kapazitäten beitragen soll. Dabei sind jedoch eine Abwägung zwischen dem Nutzen und dem Natur-, Landschafts- und Heimatschutz nötig. Aufgrund des hohen Potentials der Photovoltaik in bereits bebautem Gebiet und den potentiellen Interessenskonflikten beantragt der Bundesrat die Ablehnung der Motion.

    Die Motion von Nationalrat Christoph Eymann (FDP, BS): Massnahmen zur Reduktion der 80-prozentigen Energieverluste im Gebäudebereich, beauftragt den Bundesrat ein Umsetzungskonzept für energieeffiziente Minergie-P-Massnahmen zur Reduktion der 80-prozentigen Energieverluste im Gebäudebereich vorzulegen. Dabei soll insbesondere die Nutzung von Dächern und Fassaden zur Energiegewinnung berücksichtigt werden. Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

    Die Session dauert vom 30. Mai bis zum 17. Juni.

    Florin Konrad, Hochschulpraktikant Medien & Politik, Bundesamt für Energie

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  14. Solar-Recycling - in der Schweiz bereits möglich

    Was passiert mit Solarpanels, wenn sie ausgedient haben oder kaputt sind? Wie genau funktioniert das Recycling? Und wie wird das Ganze finanziert? Ein Informations-Video von Swissolar

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  15. Die andere Medienschau – oder: Grosser Aufbruch!
    Die folgende Schlagzeile muss man sich als bekennender Solarstrom-Befürworter mal auf der Zunge zergehen lassen: «Wer nicht auf Solarstrom setzt, ist unterbelichtet». Noch spektakulärer wird das Ganze, wenn man die Herkunft ortet. Die Aussage stammt von SonntagsBlick-Chefredaktor Gieri Cavelty, erschienen in der Ausgabe von vergangenem Wochenende > siehe hier. Und untermalt – neben dem Editorial - von einem ausführlichen Artikel über den Stand der Solarwirtschaft in der Schweiz. Dort dann unter anderem zu lesen, dass die Schweiz ihren gesamten Energiebedarf kostengünstig mit Solarkraft decken könnte. Heizen, Warmwasser, Mobilität inbegriffen. Und für jene Tage im Spätwinter, da die Sonne spärlich scheint und die Pumpspeicherseen leer sind, gäbe es ja zusätzlich die Windräder.

    Adressen: Vergrössern mit Klick !
    Doch wie wäre ein solcher Weg zur einer Schweiz mit Wasser- und Solarstrom zu bewältigen? Da passte am vergangenen Wochenende ganz gut, dass der Verband unabhängiger Energieerzeuger VESE eine Fachtagung in Olten abhielt – und auch einen Leitfaden präsentierte, dessen Titel für sich selber spricht: «Photovoltaik Selbstbau – Wir bauen unsere PV-Anlage selbst». Wer sich nicht ganz so weit vorwagen möchte, kann sich unterdessen an über 100 Solargenossenschaften in der Schweiz wenden. So gerät das Ziel, einen Beitrag an die Energiewende zu leisten, ganz sicher nicht vergessen. Dass man auf diesem Weg gesamtschweizerisch allerdings schon noch nicht so weit gegangen ist, untermalt die Tatsache, dass es in Deutschland ungefähr 8000 Enerigegenossenschaften gibt (neben Solar- vor allem auch Windgenossenschaften) und dass in eben diesem Land die Pro-Kopf-Kapazität verfügbarer Solaranlagen mehr als doppelt so hoch wie hierzulande ist.

    An der VESE-Tagung trat mit Ruedi Steuri von SpiezSolargenossenschaft neben anderen auch ein engagierter Vertreter einer Institution auf, die den Weg von der ehrenamtlichen zur professionellen Organisation durchlebt und gelegentich auch durchleidet. Steuri’s Erfolgsrezept lautet unter anderem: Früh mit Bürgerbeteiligung beginnen, grosses Augenmerk richten auf die Verfügbarkeit von Dächern, die Digitalisierung wird immer wichtiger und den Nachwuchs als (grosses) Problem anerkennen. Illustriert wurde letzter Punkt durch die Tatsache, dass an der Tagung selbst die grau- und silbermelierten alten weissen Männer in deutlicher Überzahl vertreten waren. Dringend wäre schliesslich auch ein lokales und nationales Solaranlagen-Inventar. So oder so, die Eidgenossenschaft bietet doch eigentlich einen idealen Ausgangspunkt, um viele Solar-Genossenschaften zum Erblühen zu bringen.

    Untermalt wird dieser Aufruf zum Selbstbau just an diesem Montag im Zürcher Tages-Anzeiger mit der Reportage über die Berner Nationalrätin Andrea Geissbühler, die in diesem Frühling selbst Hand anlegte und den Bau ihrer eigenen Solaranlage kräftig unterstützte. Die Frau gehört übrigens der Schweizerischen Volkspartei an – jener Partei, die bisher alles rund um die Energiestrategie und auch die CO2-Gesetzgebung vehement bekämpfte. Aber Geissbühler ist nicht allein, auch andernorts preschen nun plötzlich kantonale SVP-Vertreter hervor und setzen sich für Solaranlagen – etwa im Kanton Zürich.

    Nüchterner beschreibt derweil der Tages-Anzeiger in der Ausgabe vom 21.Mai 2022 eine Bilanz nach fünf Jahren: Wo die Schweiz bei der Energiewende steht (für > Abonnenten siehe hier). Wie viel Energie produzieren hiesige Solaranlagen? Wie stark steigt der Stromverbrauch? Und wie steht es um die Versorgungssicherheit? Eine grosse Übersicht anhand von Daten, die leider nur in der gedruckten Zeitungsausgabe oder dann hinter der Online-Paywall einsehbar ist. So viel sei hier verraten: Derzeit ist die Energiewende entgegen anderslautender Behauptungen auf Kurs, vor allem auch der Ausbau der Solarenergie. Dazu heisst es unter anderem: « Seit 2000 nimmt die Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Energien zu, insbesondere dank der Fotovoltaik. 2020 produzierte sie 4,7 Terawattstunden (TWh), das sind 0,3 TWh mehr, als es der Richtwert im Energiegesetz für 2020 vorsieht. Das entspricht etwa 7 Prozent der gesamten jährlichen Elektrizitätsproduktion. Bis 2035 sollen es 11,4 TWh sein. Bereits 2020 betrug die Zunahme etwas mehr als die nun jährlich nötigen 0,5 TWh – Tendenz weiter steigend. Ambitionierter wird es indes, wenn der Ausbau kompatibel zum Netto-null-Ziel erfolgen soll, wie es der Bundesrat im Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung vorschlägt. Dann müssten die neuen erneuerbaren Energien 2035 insgesamt 17 TWh Strom liefern, der Zuwachs müsste pro Jahr 0,8 TWh betragen.»

    Alles bestens also? Natürlich nicht, das hat auch die Schweizerische Energie Stiftung SES in ihrer neue Vision belegt (siehe Solarmedia > hier). Aber gerade im Solarbereich ist doch schon einiges erreicht und viel mehr noch unterwegs. Das kann auch der Rechtsaussen-Chefredaktor des Nebelspalters nicht wegdiskutieren. Markus Somm plädierte in den Sonntagszeitungs-Standpunkten (siehe SRF > hier ) am Wochenende in erster Linie für den Zubau neuer AKW, gerne auch von mehr als nur einem. Diesem Vorhaben würde zwar sicher Widerstand erwachsen, sieht auch Somm, aber ein konzentrierter, der sich entsprechend konzentriert bekämpfen liesse. Wenn sich Somm angesichts der Genossenschaftsbewegung da mal nicht täuscht!

    Hier Kontakt zum Verband > VESE  www.selbstbau.ch

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  16. Zurück zur Vision

    Am 21. Mai vor fünf Jahren hat die Schweizer Bevölkerung JA gesagt zur Energiestrategie 2050 und damit zur «Zeitenwende» in der Schweizer Energiepolitik. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES kommt zu dieser Gelegenheit in einem White Paper zum Schluss: Auch wenn sämtliche Zwischenziele der Energiestrategie 2050 erreicht wurden, genügt deren aktuelle Ausgestaltung noch nicht den Ansprüchen an eine nachhaltige Energieversorgung. Vielmehr droht die ganzheitliche Perspektive, die an deren Ursprung stand, in der gegenwärtigen Debatte um die Zukunft der Energieversorgung abhanden zu kommen. Die SES ruft deshalb dazu auf, zur Vision zurückzukehren und den Weg hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung zu beschleunigen.

    Erläuterung zum Bild - siehe unten - Vergrössern mit Klick
     

    Positive erste Erfolgskontrolle… Eine erste Erfolgskontrolle des 2017 eingeleiteten ersten Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 zeigt: Die Ziele für das Jahr 2020 wurden allesamt erreicht: Rückgang des Energieverbrauchs um 12% (bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum von 20%) gegenüber dem Jahr 2000. Ausbau der erneuerbaren Energien um fast 5 Terawattstunden, wobei der Ausbau von Wind- und Wasserkraft sowie Geothermie unter den Erwartungen blieb, jener der Solarenergie dafür viel höher ausfiel. Dazu die Stilllegung eines ersten Schweizer Atomkraftwerks.

    …aber noch weit vom Ziel entfernt! Ob diese Zielsetzungen zeitgemässen Ansprüchen an eine ganzheitlich nachhaltige Energieversorgung nach wie vor genügen, wird im White Paper kritisch hinterfragt. Dies umso mehr, als das zweite Massnahmenpaket mit einer Klima- und Energielenkungsabgabe bereits 2017 ersatzlos gestrichen wurde. Insbesondere beim Klimawandel aber auch bei der Versorgungssicherheit haben sich die Randbedingungen in den letzten fünf Jahren verändert und sprechen für einen viel rascheren Ausbau an erneuerbaren Energien im Inland. Dies sind aber nur die offensichtlichsten Veränderungen, die ihrerseits den umfassenden Blick auf weitere, bisher zu wenig adressierte Problemfelder einer ganzheitlichen Energieversorgungsvision zu verstellen drohen. Dazu gehört der Fokus auf den Gesamtenergiebedarf, inklusive Energieverbrauch im Ausland, ökologische Herausforderungen wie die Bedrohung der Artenvielfalt oder die Möglichkeit eines atomaren Unfalls sowie die gesellschaftliche Akzeptanz der Transformation.

    Drei Handlungsstrategien als nächster Schritt können gemäss White Paper der SES dazu beitragen, mittelfristig gleich mehrere dieser «blinden Flecken» der aktuellen Energiestrategie 2050 anzugehen und zum visionären, ganzheitlichen Charakter der Ursprungsidee zurückzukehren:

    • Mit dem eingeleiteten Solarausbau durchstarten,
    • Instrumente implementieren, die den Ausstieg aus den fossilen und nuklearen Energiequellen adressieren, terminieren und sozial- und wirtschaftspolitisch abfedern, sowie
    • Anreize, die dazu beitragen, den Energieverbrauch strukturell zu vermindern, in die Politiken des Bundes und der Kantone betreffend Verkehr, Raum- und Ortsplanung, Wohnen, Konsum, usw. integrieren.

    Die Dringlichkeit der diversen Herausforderungen spricht dafür, diese Handlungsfelder parallel anzugehen und die dafür nötigen Politiken rasch zu implementieren.

    «Zurück zur Vision»: «Die Energiestrategie 2050 ist auf Kurs. Aber ihre Zielsetzungen waren bislang sehr bescheiden und wiesen grosse blinde Flecken auf», meint Studienautorin und SES-Co-Leiterin des Fachbereichs Klima und Erneuerbare Léonore Hälg. SES-Geschäftsleiter Nils Epprecht blickt voraus: «Anstatt zu zaudern, sollten wir die Transformation beschleunigen und dabei die Perspektive wieder weiten: Wir müssen zurück zur Vision einer nachhaltigen Energieversorgung!»

    Das White Paper «Fünf Jahre Ja zur Energiestrategie 2050» wurde am Donnerstag an der SES-Abendveranstaltung «Energieschub fürs Klima - Solaroffensive, und was es sonst noch braucht» exklusiv vorgestellt. An der anschliessenden Podiumsdiskussion mit SP-Nationalrätin und SES-Stiftungsratspräsidentin Nadine Masshardt, SVP-Nationalrätin Monika Rüegger, Mitte-Ständerat Oskar Reichmuth, ETH-Professor Tobias Schmidt und SES-Geschäftsleiter Nils Epprecht wurde der Stand der Umsetzung der Energiewende sowie die zukünftig notwendigen Massnahmen diskutiert. Auf den Punkt brachte es Mitte-Ständerat Oskar Reichmuth: «Die Energiestrategie ist nicht gescheitert. Die gesteckten Ziele wurden erreicht. Bislang wollten wir einfach noch nicht mehr.» Welche Massnahmen für das Erreichen der Klimaziele unter den heutigen Umständen nun nötig sind, wurde in der Folge angeregt und kontrovers diskutiert.

    Quelle: Schweizerische Energie Stiftung

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  17. Leuchttürme des neuen PV-Anlagenbaus


    Die vergangenen Tage brachten gleich zweimal bemerkenswerte Inbetriebnahmen von dem, was neudeutsch Leuchttürme geheissen wird. In Zürich-Höngg wurde eine transparente Dachkonstruktion präsentiert für einen Kirchenvorplatz (siehe oben). In Basel war es der schlicht «Pavillon» geheissene Rundbau von Novartis für Kongresse und Ausstellungen (siehe unten). Und da beide echt eindrücklich, sollen für einmal vor allem die Bilder sprechen.

    Sinnbildlich könnte man ja auch sagen resp. schreiben: Da hat je eine Kathedrale des Kapitals (oben zuerst) und eine des christlichen Gottes transparente Photovoltaik-(PV)-Konstruktionen zuhanden der Öffentlichkeit abgeliefert. Beide sind stets zugänglich, auch die Novartis-Baute auf dem sattsam bekannten Campus-Areal bei der Rosenbrücke in Basel.

    Schon 1998 beschlossen, wurde in Zürich-Höngg eine der ersten PV-Anlagen der Stadt für 250‘000 CHF gebaut, der Strom kam über die damals revolutionäre Solarstrombörse des EW der Stadt Zürich zum Verkauf (für über einen Franken pro Kilowattstunde). Wie der damalige Architekt und Initiator betont: «ein bestes Geschäft, erst letztes Jahr ausgelaufen - wobei die Module immer noch tadellos Solarstrom produzieren».

    Die Energieprojekte rund um das Kirchenzentrum wurden im Laufe der Zeit ausgeweitet, immer und bis heute am Drücker erwähnter Beat Kämpfen, ein echter Alt-Höngger (wie der Autor dieser Zeilen übrigens auch). Nur so viel dämmen wie nötig bei den Umbauten, aber das richtig. Ein Erdsondenfeld, zu kompensieren mit Sonnenkollektoren, die neben den Solarstrommodulen auch noch Platz fanden. Und jetzt vor allem auch fürs Auge die Überdachung des Kirchenplatzes - klein, fein, transparent - schon fast eine kirchliche Botschaft. 

     
     
     
    Schon vergangene Woche präsentierte der Chemiekonzern Novartis sein neues Prachtstück auf dem «Campus» in Basel.   Der von AMDL CIRCLE und Michele De Lucchi entworfene Novartis Pavillon wurde in Basel, eröffnet. ASCA hat für dieses Projekt mehr als 10.000 rauten- und dreieckförmige Solarmodule in zehn unterschiedlichen Größen entwickelt, gefertigt und in Polycarbonat laminiert. Weil die Module jegliche Form und Größe annehmen können, folgen sie den Kurven des kuppelförmigen Gebäudes problemlos. In Basel ist damit in einer anderen Dimension ein futuristisches Gebäude entstanden, dessen Fassade von organischen Solarfolien umgeben ist. Sie liefern die Energie unter anderem für Kunstanimationen, mit denen die Fassade nach Sonnenuntergang illuminiert wird. Es ist ein einzigartiges Gebäude, das auf dem Novartis Campus, dem Forschungsgelände des Schweizer Biotechnologie- und Pharmakonzerns, in Basel entstanden ist. Denn die Architekten von AMDL Circle und Michele De Lucchi haben auf einen kreisrunden Baukörper gesetzt, der sich über drei Ebenen zieht – einem Erd- einem Zwischen- und einem Obergeschoss. Damit wolle man die Verbindung zwischen Besuchern des Pavillons und den Mitarbeitern von Novartis stärken.

    Die organischen Solarmodule des Herstellers Asca aus dem fränkischen Kitzingen liefern dabei für die Medienfassade die Energie. Der Vorteil ist – neben der Semitransparenz –, dass sie in verschiedenen Formen hergestellt werden können, biegsam und vor allem sehr lichtempfindlich sind. Dadurch liefern sie auch Strom, wenn sie nicht ideal zur Sonnen ausgerichtet sind. Dadurch passen sie perfekt nicht nur in die kreisrunde Fassade des Novartis Pavillons. Sie können auch in der Dämmerung noch genügend Energie liefern, um die Medienfassade zu betreiben. Die Energie reicht auch aus, die Fassade bis zu zwei Stunden lang nach Sonnenuntergang mit Kunstanimationen zu illuminieren. Diese Animationen wurden von internationalen Künstlern Daniel Canogar, Esther Hunziker und Semiconductor erstellt und laufen immer abwechselnd. Kuratiert wurden sie vom Haus der Elektronischen Künste (HEK) in Basel.

    Quelle zu Novartis: photovoltaik.eu

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  18. Solarwirtschaft investiert in Nachwuchs

    An der Generalversammlung das Fachverbandes Swissolar in Aarau haben sich am Dienstag die Mitglieder klar für eine aktive Nachwuchsförderung und eine weitere Professionalisierung der Branche ausgesprochen. Eine deutliche Mehrheit stimmte zudem für die dafür notwendige Erhöhung der Mitgliederbeträge. Denn in der Branche herrscht Einigkeit: Um bis 2050 das Netto-Null-Ziel zu erreichen, muss in der Schweiz rund 12-mal mehr Solarstrom als heute produziert werden und die Potenziale der Solarwärme müssen optimal genutzt werden. Neu in den Vorstand gewählt wurden Thomas Bachmann (Solarville/CKW) und Lars Kunath (Suissetec).

    Die Nachfrage nach Photovoltaik bleibt in der Schweiz ungebremst hoch: In den letzten zwei Jahren betrug das Wachstum jeweils 30%. Der Zuwachs ist also exponentiell. Swissolar rechnet für das Jahr 2022 mit einem Leistungszubau von 750 Megawatt (MW). Für Dekarbonisierung von Gebäuden und Verkehr und den Ersatz von AKW muss dieser Zubau innert der nächsten Jahre verdreifacht werden. Für die Erreichung dieses Ziel hat Swissolar Anfang des Jahres das 11-Punkte-Programm der Schweizer Solarwirtschaft vorgestellt. Folgende Massnahmen wurden an der Generalversammlung in Aarau als besonders dringend diskutiert.

    1.     Anreize für Volldachanlagen, Solarpflicht bei Dachsanierungen und Neubauten: Derzeit werden viele Dachflächen auf Eigenverbrauch optimiert, also nicht voll bedeckt. Zu oft werden zudem bei Dachsanierungen Ziegel durch Ziegel ersetzt, obwohl dies der am besten geeignete Moment für den Ersatz durch ein Solardach wäre. Das Problem: So gehen wertvolle Flächen für Jahrzehnte verloren. Swissolar fordert zur Behebung dieses Problems eine schweizweit einheitliche Minimalgrenze bei der Abnahmevergütung sowie eine grundsätzliche Solarpflicht bei Neubauten und Sanierungen. Ausserdem sollen lokale Energiegemeinschaften ermöglicht werden, um den Stromverbrauch vor Ort zu fördern. Auch die Branche tut ihren Teil: Um Solarofferten vergleichbarer zu machen, hat Swissolar neu eine Standart-Offertstruktur (SOQ) erarbeitet. Und mit ElektroForm solar bietet Swissolar seinen Mitgliedern neu ein Tool zur Reduzierung administrativer Aufwände.

    2.     Aufbau einer Solarlehre und Ausbau der Weiterbildungen im Solarbereich: Derzeit umfasst die Schweizer Solarwirtschaft ca. 7‘500 Vollzeitstellen in der Schweiz. Bis 2050 muss deren Anzahl verdreifacht werden. Schon jetzt sind die Arbeitskräfte in der Branche knapp. Swissolar erarbeitet deshalb derzeit in Kooperation mit dem Verein Polybau eine Solar-Berufslehre. Sie soll 2024 starten. Schulstandorte sollen Uzwil (SG) und Les Paccots (FR) sein. Ausserdem wird das Weiterbildungs- und Umschulungsangebot erneuert und erweitert. Das Ziel: Den Zugang für Quereinsteiger:innen erleichtern. 

    3.     Die Rolle der Solarenergie in der künftigen Wärmeversorgung: Zur Deckung des Schweizer Wärmebedarfs wird derzeit 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs benötigt. 60 Prozent dieser Energie wird derzeit noch aus fossilen Quellen gedeckt, bis ins Jahr 2050 soll die Wärme komplett aus erneuerbaren Quellen stammen. Die Nachfrage nach Solarthermie bei Gebäuden ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Hauptgrund dafür ist, dass die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe oft wirtschaftlicher ist. Es drängt sich deshalb die Frage auf, welche Rolle die Solarthermie in der Schweiz spielen soll. Insbesondere in der Kombination mit Wärmeverbünden sowie in der Industrie ist das Potenzial weiterhin gross. Ein Workshop im Anschluss an die Generalversammlung beschäftigte sich deshalb mit Fragen zur solaren Wärmeversorgung. 

    Fazit: Ein starker Verband für die zweite Säule der Schweizer Stromversorgung: Das deutliche Ja zur Erhöhung Mitgliederbeiträge zeigt, dass Swissolar in der Schweizer Solarbranche grosses Vertrauen geniesst. Die Notwendigkeit zur weiteren Professionalisierung und Nachwuchsförderung wird von der Schweizer Solarbranche als wichtig eingeschätzt und die politische Arbeit des Verbandes erfährt eine hohe  Wertschätzung. Swissolar ist zuversichtlich, dass die laufende Umsetzung des 11-Punkte-Programms der Schweizer Solarwirtschaft der Photovoltaik den Weg ebnet zur zweiten Säule der Schweizer Stromversorgung neben der Wasserkraft zu werden. Für die Solarthermie erarbeitet der Fachverband gemeinsam mit Partnern aus der Branche eine Roadmap. Sie soll 2023 vorgestellt werden.  

    Mehr Informationen zur Generalversammlung

    Swissolar-Jahresbericht 2021

    11-Punkte-Programm der Schweizer Solarwirtschaft

    Programm des Workshops «Solarenergie in der Wärmeversorgung»
     

    Auskünfte 

    David Stickelberger, Geschäftsleiter Swissolar, stickelberger@swissolar.ch, +41 79 323 18 68 
    Jürg Grossen, Präsident Swissolar, juerg.grossen@parl.ch, +41 79 444 94 65

    Über Swissolar 

    Swissolar ist der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie. Er vertritt die Interessen von rund 830 Verbandsmitgliedern mit rund 7000 Arbeitsplätzen in der Öffentlichkeit, der Politik und gegenüber den regulierenden Behörden.

    Die Sonne liefert der Schweiz jährlich 200-mal mehr Energie als wir brauchen. Swissolar setzt sich für die Energiewende hin zu einer Energieversorgung ohne den Einsatz fossiler oder nuklearer Energieträger ein. Wärme und Strom von der Sonne nehmen dabei eine zentrale Stellung ein.

    Quelle:  www.swissolar.ch

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  19. Ältere MFH fit für emissionsarme Zukunft

    Erfahren Sie, wie Sie als Eigentümerin oder Miteigentümer auf ein nachhaltiges, effizientes Wärmepumpensystem mit regenerierten Erdwärmesonden und eigener Solaranlage umsteigen – ohne, dass die Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen verlassen müssen.

    Energetische Sanierung trotz bewohnten Wohnungen
    : Das in den 70er-Jahren erstellte Doppel-Mehrfamilienhaus (MFH) in Meilen  (Kt. ZH) entspricht einem in der Schweiz weit verbreiteten Gebäudetypus. Da sie aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgemäss war, wurde die Liegenschaft «Ländisch» 2016 saniert. Das Projekt geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, dass energetische Sanierungen auch im bewohnten Zustand durchgeführt werden können. Dies war eine Anforderung der Eigentümerschaft, denn sie legte grossen Wert darauf, dass die Mieterinnen und Mieter während der Umbauarbeiten in ihren Wohnungen bleiben konnten. So kam eine Bodenheizung nicht in Frage, denn für deren Einbau hätten die Wohnungen geräumt werden müssen. Da die 17 Wohneinheiten ursprünglich rein elektrisch geheizt wurden, war im Gebäude keine hydraulische Wärmeverteilung vorhanden. Die Leitungen wurden unter der neuen Dämmebene an der Fassade angebracht, um so die Wärme von der Heizungszentrale zu den neuen Radiatoren in den Wohnungen zu leiten.
     
    Senkung des Strombedarfs um 93 Prozent: Zusätzlich zu den energetischen Massnahmen an der Gebäudehülle wurde die Elektroheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt. So kann der jährliche Strombedarf für die Wärmebereitstellung von 199 MWh auf 43 MWh reduziert werden. Insgesamt wird der Strombedarf fürs Heizen und für Warmwasser um stolze 93% gesenkt. 60 Prozent des auf dem Dach produzierten Stroms wird direkt für den Betrieb der Wärmepumpe verwendet oder von der Mieterschaft genutzt. Mehr dazu unter Wärmepumpen. Lokale Energie schlau kombiniert: Das neue Gebäudeenergiesystem nutzt erneuerbare Energien und verursacht im Betrieb keine CO2-Emissionen. Die wichtigsten Komponenten des Systems sind
    • eine Wärmepumpe für Heizen und Warmwasser,
    • drei saisonal regenerierte Erdwärmesonden (Regenerationsgrad: rund 60 %),
    • eine Solaranlage mit Hybridkollektoren zur Produktion von Strom und Wärme.

    Saisonale Regeneration - So nutzt das Doppelmehrfamilienhaus Wärme vom Sommer im Winter: Je höher die Temperaturen sind, die der Wärmepumpe zur Verfügung gestellt werden, desto effizienter kann sie arbeiten. Wenn man dem Erdreich nicht nur Wärme entzieht, sondern in den Sommermonaten auch wieder zuführt, spricht man von saisonaler Regeneration. Dadurch stellt man eine gleichbleibende Systemeffizienz sicher – selbst bei einem jahrzehntelangen Betrieb der Anlage. Besonders in Siedlungen, wo mehrere Sonden dicht nebeneinander gebaut werden, ist die eine Regeneration des Erdreichs sehr wichtig. Da in diesem Fall keine Wärme von der Seite zufliessen kann, kühlt das Erdreich über die Jahre immer weiter aus, bis die Funktion der Anlage nicht mehr gewährleistet werden kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Sondenfluid auf eine sinnvolle Art zu erwärmen: Solarkollektoren oder Verwendung der Wärmepumpenanlage als Klimaanlage. Im Fall des Doppelmehrfamilienhauses Ländisch wird Wärme von den Solarkollektoren abtransportiert und ein Regenerationsgrad von über 60% erzielt. Der Bericht, der im Auftrag von EnergieSchweiz erstellt wurde, zeigt, dass bei Kleinanlagen von unter 100kW ein Regenerationsgrad von 50 bis 70% ausreicht.

    Drei Gewinner: Mietende, Umwelt, Vermietende: Zwar mussten während der Sanierungsarbeiten Lärmemissionen und andere Unannehmlichkeiten in Kauf genommen werden. Die Mieterschaft begrüsste es jedoch sehr, dass die Sanierung durchgeführt werden konnte, ohne dass die Wohnungen geräumt werden mussten. Selbst mit moderaten Mietzinserhöhungen – in diesem Beispiel 3,8 % – lassen sich für Eigentümerschaften attraktive Renditen erzielen. Im untersuchten Fall liegt die Nettorendite des für das Energiesystem investierten Kapitals in einem für Immobilien durchschnittlichen Bereich und die lineare Amortisationsdauer bei 14 Jahren. Auf die Frage, ob Mieterinnen und Mieter aufgrund der Sanierungsarbeiten gekündigt hätten, antwortet Rudolf Pfenninger, Vertreter der Bauherrschaft und Miteigentümer: «Nein. Im Gegenteil: Es ist sogar eine Familie neu eingezogen, obwohl sie wusste, dass im ersten Halbjahr saniert würde. Sie sagte, das mache ihr nichts aus». Für ihn steht fest, dass die energetische Sanierung und das neue Energiesystem ein Erfolg sind und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. «Dass das Konzept absolut richtig ist, davon bin ich nach wie vor überzeugt. Mit dieser Energiesanierung entstand eine Win-Win-Situation: Die Mieterinnen und Mieter freuen sich über die Komfortsteigerung und die Eigentümerschaft kann die Investition innert nützlicher Frist amortisieren.»

    Beratung für den Heizungsersatz: Eine neue Heizung ist eine grössere Investition, die sich lohnt, die jedoch sorgfältig geplant sein will. Eine technologieneutrale Beratung hilft Ihnen dabei, aus den Varianten jenes Heizsystems zu wählen, welches das Gebäude am effizientesten und am wirtschaftlichsten mit Wärme aus erneuerbaren Energiequellen versorgt. Nutzen Sie das Angebot und erhalten Sie alle Informationen unter Erneuerbar Heizen.

    Dieser Artikel wurde auf der Website von EnergieSchweiz veröffentlicht. Lesen Sie weitere Stories von EnergieSchweiz.

    Bilder: EnergieSchweiz

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  20. PPVX: Und munter bergab mit den (Solar-) Aktien


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    Der Solaraktienindex PPVX erscheint auf Solarmedia jeden Monat neu
      
     Quelle: oeko-invest.net

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  21. Einmaliger Erfolg der Münchner Solarmesse

    Nach drei erfolgreichen Messetagen und zwei Tagen voller inspirierender Konferenzsessions zieht Europas größte energiewirtschaftliche Plattform gemäss dieser Medienmitteilung eine sehr positive Bilanz: 1.356 Aussteller aus 46 Ländern auf 132.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Die über 65.000 Besucher aus 149 Ländern übertreffen die Erwartungen an die diesjährige The smarter E Europe deutlich. Diese enorme Besucheranzahl entspricht einem Zuwachs von 33 Prozent gegenüber der letzten regulären Veranstaltung 2019. Die nächste The smarter E Europe findet vom 14. bis 16. Juni 2023 wiederum auf dem Münchner Messegelände statt.

    Noch nie waren wegweisende und zukunftsgewandte Lösungen für die nachhaltige und sichere Energieversorgung so wichtig wie heute. Die Klimaschutzziele sowie die massiv gestiegenen Preise bei fossilen Energieträgern und die aktuellen geopolitischen Entwicklungen beschleunigen die Energiewende rasant. The smarter E Europe präsentiert die Technologien, Lösungen und Geschäftsmodelle der neuen Energiewelt, die vollständig auf erneuerbaren Energien basiert. „Es ist nicht nur eine Energiewende, sondern eine Industriewende,“, sagt Ditlev Engel, Chief Executive Officer, Energy Systems bei der globalen Beratungsfirma DNV. „Die aktuelle politische Lage wird den Übergangsprozess noch beschleunigen. Wir müssen dringend mehr Tempo aufnehmen und in alle Bereiche der Wertschöpfungskette investieren", so Engel. Die Photovoltaik (PV) ist seit zwei Jahrzehnten erfolgreich, die Speicher-Branche seit zehn Jahren im Aufwind, Ladeinfrastruktur und Elektromobilität boomen. Die Technologien, Produkte und Geschäftsmodelle für die Transformation der Energie- und Mobilitätswelt sind vorhanden. Allerdings gibt es noch immer zu viele regulatorische Hemmnisse, die die notwendige Dynamik des Ausbaus hemmen.

    „Die Aussichten für erneuerbare Energien, insbesondere Solar, sind fantastisch. Wir haben die Technologien, die wir brauchen, jetzt müssen wir neue Genehmigungs- und Planungsverfahren einführen, damit wir deutlich schneller skalieren können", so Engel weiter. Aurelie Alemany, Chief Executive Officer der Senec GmbH, einer Tochter des Energieversorgers EnBW, ergänzt: „Die gemeinsame Verantwortung für die Energiewende ist mittlerweile breit in der Gesellschaft verankert. Die enorme und weiterhin stark steigende Nachfrage nach PV, Stromspeichern und Elektromobilität unterstreicht dies – Lösungen und Technologien dafür liegen vor und wurden eindrucksvoll in München präsentiert.“

    The smarter E Europe zeigt bereits heute, wohin der Weg in Zukunft geht: Vom 10. bis 13. Mai 2022 fanden insgesamt vier Energiefachmessen auf der Innovationsplattform der neuen Energiewelt statt: Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe, begleitet von vier Fachkonferenzen und vier Messeforen. Europas größte energiewirtschaftliche Plattform präsentierte branchen- und sektorübergreifende Produkte, Lösungen und Geschäftsmodelle der neuen Energiewelt und zeigte: Es steht alles bereit, nun ist es Zeit, die Produkte und Lösungen einzusetzen und die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen zu verbessern, um die Energie- und Mobilitätswende zu beschleunigen.

    Die intelligente Vernetzung der Sektoren - Unbedingte Voraussetzung für das Gelingen: Solarstrom allein macht jedoch noch keine Energiewende, vielmehr geht es um integrierte Lösungen für eine Vollversorgung mit erneuerbarer Energie. Ein weiteres Schlüsselelement rückt neben Batteriespeichern in diesem Zusammenhang immer stärker in den Fokus und wurde auf den Fachmessen und Foren beleuchtet: Grüner Wasserstoff. “Wenn wir die Klimaziele des Pariser Abkommens erreichen wollen, müssen wir alle Technologien nutzen. Die Energiewende ist eine Kombination aus allen Bereichen des Energiesystems. Dabei können wir nicht nur auf Solar- und Windenergie setzen, sondern müssen auch Wasserstoff und andere Technologien in die Gleichung einbeziehen", so Engel. Grüner Wasserstoff wird zu einer wichtigen Option, um die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr über regenerative Energien enger aneinander zu koppeln. Im Rahmen der Innovationsplattform wurde die Studie “Steel from Solar Energy“ zu grünem Wasserstoff vorgestellt. Die Studie liefert einen Beleg dafür, dass die Stahlherstellung aus Eisenerz mit aus erneuerbaren Energien gewonnenem Wasserstoff möglich ist. Der Prozess der Stahlherstellung ist in Europa für rund vier Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich.

    Kernthemen einer zukunftsfähigen Energie- und Mobilitätsbranche im Fokus: Die vier Fachmessen, -konferenzen und Foren teilen eine Vision: eine intelligente, nachhaltige und vernetzte Vollversorgung mit erneuerbaren Energien rund um die Uhr, zu jeder Jahreszeit. Im Fokus stehen erneuerbare Energien, Dezentralisierung und Digitalisierung der Energiewirtschaft sowie branchenübergreifende Lösungen aus den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Erneuerbare Energien und vernetzte Energiesysteme sind eng mit der angestrebten Klimaneutralität und der neu zu bewertenden Versorgungssicherheit verbunden. The smarter E Europe gibt der neuen Energiewelt einen Namen und präsentiert die nun dringend notwendigen Lösungen.

    The smarter E Europe 2023 findet mit ihren vier Einzelmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) vom 14. bis 16. Juni 2023 auf der Messe München statt.

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  22. Europas grösste Solarmesse startet durch
    Noch nie waren wegweisende Lösungen für die Energiezukunft so wichtig wie heute. Ob erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung, innovative Speichersysteme, intelligente Netze, Ladeinfrastruktur und E-Mobilität: Vielsprechende Lösungen für eine erneuerbare, dezentrale, digitale und verlässliche Energieversorgung sowie die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr erobern den Markt. Dies zeigt Europas größte energiewirtschaftliche Plattform The smarter E Europe mit den vier parallel stattfindenden Fachmessen Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe vom 11. bis 13. Mai 2022 auf der Messe München. 



    Die Klimaschutzvorgaben der Europäischen Union im Rahmen des Maßnahmenpakets „Fit for 55“ zur Umsetzung des Green Deals sowie die der deutschen Bundesregierung sind ambitioniert: Bis 2030 sollen in der EU die CO2-Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Die Bundesregierung hat dieses Ziel Mitte 2021 für Deutschland auf 65 Prozent gegenüber 1990 erhöht. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Energiewirtschaft umdenken. Fest steht: Die Strom- und Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien ist die Voraussetzung für den Erfolg der Energiewende – gepaart mit flächendeckenden Speicherinfrastrukturen und der intelligenten Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. 
     
    Die Aussichten für den Wandel sind vielversprechend: Die Photovoltaik (PV) ist seit Jahren auf Wachstumskurs, die Speicherbranche seit einem Jahrzehnt im Aufwind, Elektromobilität und Ladeinfrastrukturlösungen boomen. Und das Spektrum der Lösungsansätze für die Energiewende ist breit. Das zeigt die Innovationsplattform The smarter E Europe: Europas größte energiewirtschaftliche Plattform steht für branchen- und sektorübergreifende Produkte, Lösungen und Geschäftsmodelle. Von Konzepten und Lösungen für eine erneuerbare, dezentrale und digitale Energiewirtschaft, über intelligente und vernetzte Energiesysteme bis hin zu E-Mobilität, intelligenten Ladesystemen und grünem Wasserstoff – die neue Energiewelt muss integriert und sektorübergreifend gedacht werden. Mit dem Fokus auf der neuen Energiewelt steht The smarter E Europe für die Beschleunigung der Transformation der Energie- und Mobilitätswelt. In zwölf Messehallen, auf 132.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, zeigen insgesamt 1.356 Aussteller den über 50.000 erwarteten Besuchern die innovativen Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle der neuen Energiewelt.

    PV wächst dynamisch:
    Die Photovoltaik wird bei der erneuerbaren Strom- und Wärmeerzeugung in Zukunft eine Schlüsselrolle einnehmen: So sollen in Deutschland bis 2030 rund 140 Gigawatt PV neu installiert und dafür zusätzliche Flächenpotentiale mobilisiert werden. Branchenexperten zufolge ist eine Verdrei- bis Vervierfachung der jährlichen PV-Installationen notwendig. Sie rechnen damit, dass die Veröffentlichung der ersten Solarstrategie der Europäischen Union im zweiten Quartal 2022 die Solarenergie noch weiter vorantreiben wird. Auch die Zahlen des europäischen Branchenverbandes SolarPower Europe bestätigen insbesondere für Deutschland eine rasante Entwicklung auf dem Solarmarkt. Laut der Prognose des aktuellen "Global Market Outlook for Solar Power 2022-2026" ist Deutschland derzeit die Nummer eins beim Solarausbau in Europa – vor Spanien, Polen, den Niederlanden und Frankreich. Bis 2026 erwartet der europäische Branchenverband, dass sich die in Deutschland installierte Solarstromleistung von 61 Gigawatt (GW) Ende 2021 auf rund 133 GW mehr als verdoppeln wird.

    Bisherige Nischenanwendungen wie Agri-PV auf landwirtschaftlichen Flächen und Floating PV werden zunehmend wichtig, um zusätzliche Flächen zu erschließen.  Experten rechnen bei den schwimmenden PV-Anlagen mit einem jährlichen globalen Wachstum von über 20 Prozent in den nächsten vier Jahren. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg fand heraus, dass allein auf deutschen Braunkohle-Tagebauseen ein technisches Potenzial von bis zu 56 GW existiert. Auch gebäudeintegrierte PV-Anlagen (BIPV) werden für die Klimaneutralität eine wichtige Rolle spielen: Der Gebäudesektor ist weltweit für bis zu 40 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich, in Deutschland für etwa 30 Prozent. Aktuelle und künftige Entwicklungen der Agri-PV, Floating PV und BIPV diskutieren Experten auf der Intersolar Europe Conference am 10. und 11. Mai im ICM (International Congress Center) auf der Messe München.

    Steigende Energiepreise beflügeln den Speichermarkt:
    Damit Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen in Zukunft zu jeder Jahreszeit und rund um die Uhr zur Verfügung stehen, ist die Kopplung mit effizienten Stromspeichersystemen unerlässlich. Besonders im Bereich Solarenergie wächst derzeit der Speichermarkt: Nach Angaben des BSW sind 2021 mehr als 140.000 Batteriesysteme in Kombination mit PV-Anlagen in Deutschland installiert worden. Ein weiteres Marktwachstum ist 2022 zu erwarten – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Energiepreise. Die Weiterentwicklung von leistungsstarken Speichersystemen läuft in den unterschiedlichsten Bereichen auf Hochtouren. Das zeigen auch die Finalisten des diesjährigen ees AWARD, der am 10. Mai als einer von drei renommierten Preisen für die Energiewirtschaft im Rahmen von The smarter E Europe vergeben wurde. 

    Eine andere Technologie, die kurz vor dem Marktdurchbruch steht, ist grüner Wasserstoff.
    Die Vorteile: Grüner Wasserstoff hilft dabei, die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr über regenerative Energien enger aneinander zu koppeln und Anwendungen in der Industrie, bei Schiffs-, Schwer- und Flugverkehr zu dekarbonisieren. Branchenexperten sehen die grüne Wasserstoffwirtschaft als wesentlichen Teil der Lösung, damit sich Europa in Zukunft fossilfrei und unabhängiger versorgen kann. Es müsse künftig in alle Teile der Wertschöpfungskette gleichzeitig investiert werden, damit die grüne Produktion, die Speicherung und der Verbrauch gemeinsam kontinuierlich wachsen. The smarter E Europe widmet dem Thema „Grüner Wasserstoff“ ein eigenes Forum und einen eigenen Ausstellungsbereich: Das „Green Hydrogen Forum & Expo“ bildet drei Tage ein Schaufenster für Branchenvertreter aus allen Wertschöpfungsbereichen.

    E-Mobilität und Vehicle-to-Grid als Zukunftsmodell für intelligentes Lastmanagement: Auch batterieelektrische Autos als mobile Powerbank können künftig für das lokale Energiemanagement und die übergeordnete Netzstabilität sorgen. Zum Beispiel E-Fahrzeuge, die durch intelligentes Lademanagement grünen Strom beziehen, etwa von PV-Anlagen – wann immer Überschüsse verfügbar sind. Das zusätzliche große Plus von E-Fahrzeugen: Das bidirektionale Laden. Dadurch können sie nicht nur elektrische Energie aufnehmen, sondern diese bei Bedarf zurück ins Netz einspeisen (Vehicle-to-Grid). So ermöglicht diese Technologie eine intelligente Sektorkopplung und trägt dazu bei, den Wärme-, Strom- und Verkehrssektor zu dekarbonisieren. Damit erschließen Energieversorgungsunternehmen und Autobesitzer zusätzliche Einnahmequellen. 


    The smarter E Europe findet mit ihren vier Einzelmessen (Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe) vom 11. bis 13. Mai 2022 auf der Messe München statt. 

    Weitere Informationen im Internet unter: 
    www.TheSmarterE.de

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  23. Bevölkerung unterstützt beschleunigten Ausbau
    Massnahmen für den Solarausbau stossen in der Schweiz auf breite Akzeptanz, wie eine neue repräsentative Bevölkerungsumfrage von gfs-zürich im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung SES zeigt. Die Befragten befürworten sowohl eine finanzielle Garantie für private Solaranlagen als auch einen Solarstandard. Zudem ist die Zahlungsbereitschaft für die Energiewende hoch.

    Eine repräsentative Bevölkerungsumfrage, welche gfs-zürich im März und April 2022 bei über tausend Personen durchgeführt hat, liefert eindrückliche Erkenntnisse zur Akzeptanz von politischen Massnahmen für den Solarausbau in der Schweiz. 93 Prozent der Befragten befürworten finanzielle Garantien um zu verhindern, dass Solaranlagen auf privaten Liegenschaften zum Verlustgeschäft werden (Diagramm 1). Von den 35 Prozent, welche eine Solaranlage auf dem Dach installieren könnten (Diagramm 2.1), würden wiederum 82 Prozent eine Anlage bauen, wenn die Wirtschaftlichkeit gegeben wäre (Diagramm 2.2). 75 Prozent der Befragten befürworten einen Solarstandard auf bestehenden Bauten, welcher vorschreibt, dass bei einer Dachsanierung eine Solaranlage installiert werden muss (Diagramm 3).




    Die Zahlungsbereitschaft ist nach wie vor hoch: Schliesslich wären 79 Prozent der Befragten bereit, für die Beschleunigung des Ausbaus einheimischer erneuerbarer Stromproduktion auch mehr zu bezahlen als heute (Diagramm 4.1). Dies entspricht dem Resultat einer ähnlichen gfs-Bevölkerungsumfrage, welche im November 2020 durchgeführt worden war. Damals hatten sich 78 Prozent bereit erklärt, mehr für den Ausbau der einheimischer erneuerbaren Stromproduktion zu bezahlen (Diagramm 4.2).



    Politik muss Solarausbau beschleunigen: Aus Sicht der SES zeigt die Befragung, dass die Schweizer Bevölkerung mit der jetzigen Geschwindigkeit, mit der der Ausbau der Solarenergie vonstatten geht, nicht einverstanden ist. «Beim Solarausbau begrüsst die Bevölkerung Massnahmen, die weiter gehen als die heutigen gesetzlichen Regelungen», fasst Léonore Hälg, Co-Leiterin Fachbereich Klima und erneuerbare Energien bei der SES, zusammen. Die Resultate der Umfrage sind insofern wichtig, da der Mantelerlass, welcher die Revisionen des Energiegesetzes und des Stromversorgungsgesetzes zusammenfasst, zurzeit im Parlament diskutiert wird. «Die Politik soll diese Mehrheiten in der Bevölkerung in der Debatte berücksichtigen», so Léonore Hälg.

    » Faktenblatt: Alle Resultate / Grafiken zur Umfrage von gfs-zürich (.pdf)

    Weitere Informationen
    Léonore Hälg, Co-Leiterin Fachbereich Klima und erneuerbare Energien
    Mobile: 078 858 84 35
    Mail: leonore.haelg@energiestiftung.ch
    Twitter: @LeoHaelg

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  24. So steht es (amtlich) ums Wasser in der Schweiz

    Am 1. Januar 2022 waren in der Schweiz 682 Wasserkraft-Zentralen mit einer Leistung grösser 300 kW (Kilowatt) in Betrieb (1.1.2021: 677 Anlagen). Die maximale mögliche Leistung ab Generator hat gegenüber dem Vorjahr um 18 MW (Megawatt) zugenommen. Die Zunahme erfolgte aufgrund von mehreren neu in Betrieb gesetzten Kraftwerken und Erneuerungen. Das ist der neueste Befund des Bundes. 

    Die erwartete Energieproduktion der in der Wasserkraftstatistik enthaltenen Kraftwerke ≥300 kW lag 2021 bei 37’172 Gigawattstunden pro Jahr (Vorjahr: 36’741 GWh/Jahr). Der gesamte erwartete Zubau aller Neubauten betrug rund 55 GWh/Jahr. Die regelmässigen Aktualisierungen der erwarteten Produktion (Wasserdargebot, Mittelwertaktualisierungen) bewirkte eine Reduktion um 19 GWh/Jahr. Weiter gab es eine ausserordentliche Korrektur der Zahlen der Grande Dixence SA (Zunahme um 395 GWh). Der Grund dafür ist, dass in den Zentralen der Grande Dixence SA auch Wasser turbiniert wird, das nicht der Grande Dixence SA konzediert ist, sondern direkt einem ihrer Aktionäre. Diese Produktion war bislang in der Statistik der Wasserkraftanlagen der Schweiz nicht berücksichtigt worden, wurde nun aber korrigiert. Im Jahr 2021 standen 20 Zentralen mit einer geplanten Jahresproduktion von 210 GWh im Bau. Die Kantone mit der grössten Produktionserwartung sind das Wallis mit 10‘271 GWh/Jahr (27,6%), Graubünden mit 7’993 GWh/Jahr (21,5%), Tessin mit 3’567 GWh/Jahr (9,6%) und Bern 3’331 GWh/Jahr (9%).

    Gemäss dem geltenden Energiegesetz soll die durchschnittliche jährliche Wasserkraftproduktion bis 2035 auf 37‘400 GWh ansteigen (Richtwert). Die Entwicklung wird im Rahmen des «Monitoring Energiestrategie 2050» beobachtet. Das Monitoring stützt sich auf die vorliegende Statistik der Wasserkraft. Für das Monitoring wird jedoch von der erwarteten Energieproduktion gemäss Statistik der wirkungsgradbereinigte Verbrauch der Zubringerpumpen abgezogen und danach die effektive Produktion der kleineren Wasserkraftwerke < 300 kW addiert. Die effektive Produktion der Wasserkraftwerke < 300 kW nahm 2021 um 4 GWh/Jahr ab. Für das Monitoring ergibt sich damit für 2021 eine durchschnittliche inländische Produktion von 36'708 GWh/Jahr (+433 GWh/Jahr gegenüber dem im Vorjahr gemeldeten Wert).

    Storymap «Die bedeutendsten Wasserkraftanlagen der Schweiz»
    Mit Wasserkraft wurden 2020 rund 58% des inländischen Stroms erzeugt. Mit der Storymap des BFE wird die Statistik der Wasserkraft auf spielerische Art zugänglich gemacht. Sie visualisiert die Wasserkraftanlagen mit einer Leistung grösser als 300 kW gemäss ihrer Bedeutung für die Stromproduktion und zeigt, wo sie sich befinden und durch welche Zuflüsse sie gespeist werden.

    Storymap «Wasserkraft: die speicherbare Energie»
    Die Bedeutung der Energiespeicherung für die Versorgungssicherheit nimmt zu. Wasserkraftwerke spielen dabei eine wesentliche Rolle für die Schweiz. Die Storymap des BFE zur speicherbaren Wasserkraft veranschaulicht, welche Anlagen in der Schweiz wie stark zur Speicherung beitragen und wie der jeweilige Speicheranteil im Verhältnis zur Gesamtproduktion aussieht.


    Adresse für Rückfragen

    Mediendienst BFE, 058 460 81 52


    Herausgeber

    Bundesamt für Energie
    http://www.bfe.admin.ch

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  25. Planung von PV-Anlagen und Ladeinfrastruktur
    Im Rahmen von EnergieSchweiz unterstützt der Bund ab sofort bis Ende 2023 die Schweizer Gemeinden bei der Planung von Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) auf kommunalen Gebäuden und bei der Entwicklung der Elektromobilität auf ihrem Gemeindegebiet. Mitfinanziert werden Machbarkeits- und Planungsstudien, die alle Informationen für die Schritte bis zur Umsetzung beinhalten.

    Welche kommunalen Gebäude kommen in Frage für eine PV-Anlage und wie hoch ist das Potenzial? Wie ist der Zustand der Dächer, welche Anpassungen müssen im Bereich der Anschlüsse oder der Sicherheit gemacht werden? Wie hoch ist der künftige Bedarf an Ladestationen und wie geht eine Gemeinde am besten vor, wenn sie öffentlich zugängliche Ladestation zur Verfügung stellen will?

    Diese und viele weitere Fragen stellen sich den Gemeinden, welche die erneuerbare Stromproduktion oder die Elektromobilität vorantreiben möchten. Zur Vorbereitung der komplexen Projekte empfiehlt es sich, eine Machbarkeits- resp. Planungsstudie zu machen. Hier setzt die Unterstützung durch EnergieSchweiz an: Das Programm übernimmt 40 Prozent oder maximal 30'000 Franken der Kosten dieser Studien. Alle Schweizer Gemeinden können von den Unterstützungsbeiträgen profitieren, insgesamt stehen acht Millionen Franken zur Verfügung (vier Millionen für Studien im PV-Bereich und vier Millionen für Studien im Bereich Elektromobilität). Die Studien müssen bis spätestens am 31. Oktober 2023 abgeschlossen sein, damit sie für einen Unterstützungsbeitrag berücksichtigt werden können. Bei der Anmeldung gilt das Prinzip «first come first served».

    Die detaillierten Förderbedingungen und der Zeitplan der Ausschreibung sind auf der Webseite von EnergieSchweiz für Gemeinden aufgeschaltet. Interessierte Gemeinden können sich mit Fragen an die Hotline von EnergieSchweiz wenden: 0848 444 444.

    Links

    EnergieSchweiz für Gemeinden (Startseite): https://www.local-energy.swiss/programme/projektfoerderung.html#/

    Sonderaktion Machbarkeitsstudie PV (local-energy.swiss): https://www.local-energy.swiss/infobox/sonderaktion-machbarkeitsstudie-pv.html#/

    Sonderaktion Machbarkeitsstudien Elektromobilität (local-energy.swiss): https://www.local-energy.swiss/infobox/machbarkeitsstudien-elektromobilitaet.html#/


    Adresse für Rückfragen

    Mediendienst BFE: 058 460 81 52 oder socialmedia@bfe.admin.ch


    Herausgeber

    Bundesamt für Energie
    http://www.bfe.admin.ch

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